Sie möchten einen konstanten Golfschwung? Vermeiden Sie diese grundlegenden Fehler:

Das höchste Gebäude der Welt – das Burj Khalifa in Dubai – steht auf einem 45 000 Kubikmeter großen und 110 000 Tonnen schweren Beton-Fundament (Quelle). Wir sprechen immer wieder davon, wie wichtig das Fundament, beziehungsweise die Grundlagen für unser Spiel und einen konstanten Golfschwung sind. Deshalb möchten wir in diesem Beitrag einmal ausführlich auf diese eingehen. Warum die Grundlagen so wichtig sind, möchten wir durch folgendes Beispiel aus unserer Jugend noch einmal verdeutlichen:

Wir hatten vor einigen Jahren beide mit instabilen Füßen zu kämpfen. Wir sind Rechtshänder, deshalb drehte sich unser linker Fuß während des Treffmoments nach links in Richtung des Zieles. Dadurch gingen uns einige Meter Länge flöten. Außerdem fehlte uns die Stabilität am Hang oder in dickem Gras.

Auf den ersten Blick sah es so aus, als seien unsere Füße das Problem. Wir haben versucht, den linken Fuß im Durchschwung in den Boden zu pressen, das Gewicht schon in der Ansprechposition nach links zu verlagern – wir haben sogar versucht, den Fuß mit Tees zu fixieren. Dass all diese Methoden zum Scheitern verurteilt waren lag daran, dass die Füße nicht das Problem waren.

Flugkurven durch schlechten Griff?

Die Füße drehten sich nach links, da sie sich dem Rhythmus der Hände anpassten, die schnell und hektisch rotierten. Die Hände rotierten wiederrum schnell und hektisch, um die Schlagfläche neutral durch den Ball zu bewegen, beziehungsweise die offene Schlagfläche auszugleichen. Doch auch die offene Schlagfläche im Abschwung war nicht die Ursache des Problems.

Die Schlagfläche war schon im Aufschwung geöffnet und war die Folge unseres Griffs. Bingo! Der Griff war die Ursache. Wir spielten mit einem sogenannten „schwachen“ Griff, bei welchem das Logo des Handschuhs fast schon direkt zum Ziel zeigt und keiner der 4 Knöchel von vorne sichtbar ist. Das hatten wir uns scheinbar voneinander abgeguckt.

Ein schwacher Griff begünstigt eine geöffnete Schlagfläche und erschwert ein sauberes, natürliches Rotieren vor und während des Treffmoments. Das führte zu Hektik innerhalb unseres Golfschwungs, wobei eine halbwegs saubere Rotation nur durch schnellen Einsatz der rechten Hand möglich war. Die Füße waren lediglich ein Nebenprodukt, das bei dem Versuch entstand, den Ball nicht in benachbarte Gärten zu slicen.

Wenn ein schwacher Griff den Slice begünstigt, so begünstigt ein starker Griff – Sie ahnen es – eine geschlossene Schlagfläche und damit den Hook.

golfschwung

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Wir bekamen damals folgenden Tipp, den wir gerne an Sie weitergeben: Wenn wir den Schläger mit der linken Hand greifen und ein Tee zwischen Daumen und Zeigefinger fixieren, sollte dieses Tee direkt nach vorne zeigen. Auf den Bildern sehen Sie den Vergleich mit einem starken und einem schwachen Griff.

Die linke Hand ist allerdings nicht alles. Legen Sie die rechte Hand so über die linke, dass das „V“ zwischen Daumen und Zeigefinger zur rechten Schulter zeigt.

golfschwung

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Es klingt fast schon zu einfach, doch unser Beispiel zeigt, wie wichtig unser Griff ist und wie wichtig es ist, mit einem Trainer zusammenzuarbeiten, der Fehlerketten versteht und nicht versucht, einzelne Symptome zu beheben.

Beachten Sie, dass dies Richtlinien sind und es Sinn macht, mit verschiedenen Griffen zu experimentieren. Das sollten Sie nicht täglich tun, doch es hilft zu wissen, wie sich ein starker und wie sich ein schwacher Griff auf Ihren individuellen Ballflug auswirkt.

Wohin des Weges? Die optimale Ausrichtung

Ein schwacher Griff ist deutlich leichter zu beheben, als tanzende Füße, doch der Griff ist nicht die einzige Grundlage, die sitzen sollte. Überprüfen Sie immer wieder, ob Sie richtig ausgerichtet sind und ob Ihre Schlagfläche parallel zu Ihrer Fußlinie steht. Dass Füße und Schlagfläche parallel zueinander sein sollten, wird oft vergessen, ist dafür umso wichtiger. Die Schlagfläche kann noch so perfekt auf das Ziel gerichtet sein, wenn die Füße in den Acker zielen, ist uns wenig geholfen.

Das Wissen korrekt ausgerichtet zu sein, gibt Sicherheit auf dem Golfplatz, die wiederrum zu einem freien Schwung führt. Es gibt zwei Möglichkeiten mit der Sie Ihre Ausrichtung effektiv überprüfen und verbessern können.

Möglichkeit 1: Richten Sie sich auf Ihr gewünschtes Ziel aus und nehmen Ihre Ansprechposition ein. Gehen Sie nun nicht sofort zum eigentlichen Schlag über, sondern legen Sie Ihren Schläger vor sich auf den Boden, sodass er beide Fußspitzen berührt. Treten Sie nun, ohne die Lage des Schlägers zu verändern, zurück und betrachten den Schläger.

Der Schläger repräsentiert die Ausrichtung Ihrer Füße. Diese sollte im optimalen Fall etwas links des Zieles sein, denn Ihr Ball wird von einer fast einen Meter weitervorne liegende Stelle gespielt. Da die Ausrichtung der Füße und die Ausrichtung des Schlägerkopfes parallel, jedoch versetzt sein sollten, zeigt Ihr Schlägerkopf leicht rechts des Zieles, wenn Ihre Füße direkt auf das Ziel ausgerichtet sind. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Füße leicht links des Zieles auszurichten. Legen Sie den Schläger vor Ihre Füße, so haben Sie eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Ausrichtung zu überprüfen und gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen.

Möglichkeit 2: Möglichkeit 2 empfiehlt sich, wenn Sie mehrere Bälle auf ein Ziel spielen und involviert ein buntes Hilfsmittel, das mittlerweile aus keinem Profi Bag dieser Welt mehr wegzudenken ist: Alignment Sticks oder Ausrichtungsstäbe. Durch den Alignment Stick richten Sie sich permanent optimal aus. Bedenken Sie jedoch, dass die Ausrichtung der Schlagfläche entscheidend ist. Je näher Sie den Stab daher an Ihre Füße legen, desto weiter links müssen Sie diesen ausrichten.

Arbeiten Sie mit 2 Stäben, um zu überprüfen, ob Ihre Schlagfläche und Ihre Füße tatsächlich parallel ausgerichtet sind. Legen Sie beide Stäbe dazu parallel auf den Boden, sodass der Stab, der Ihre Schlagfläche ausrichtet, direkt auf Ihr Ziel zeigt.

Diese Möglichkeit empfiehlt sich gerade dann, wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum falsch ausgerichtet haben und sich an die neuen optischen Eindrücke der korrekten Ausrichtung gewöhnen müssen. Da Sie Alignment Sticks im Turnier jedoch nicht nutzen dürfen, sollten Sie nicht ständig damit arbeiten. Arbeiten Sie gerade nicht damit, nutzen Sie Möglichkeit 1.

Voller Einsatz

Die dritte Grundlage auf die wir innerhalb dieses Beitrages eingehen möchten, ist nicht die Ansprechposition, wie manch einer vielleicht vermuten würde. Die Ansprechposition ist wichtig, unserer Meinung nach jedoch nicht kriegsentscheidend. Wir folgen, was die Ansprechposition angeht, folgender Richtlinie: Das Gewicht sollte mittig auf beiden Füßen verteilt sein und die Sohle des Schlägers komplett auf dem Boden aufliegen.

golfschwung

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Was wir als dritte Grundlage jedoch unbedingt ansprechen möchten, ist der Einsatz, den wir dem kommenden Schlag entgegen bringen. Der Einsatz beim Golf unterscheidet sich erheblich vom Einsatz bei anderen Sportarten und hat beispielsweise nichts mit dem Körpereinsatz beim Fußball zu tun. Als Einsatz beschreiben wir das Vertrauen, welches wir dem kommenden Schlag entgegen bringen. Denn wer hinter seinen Entscheidungen steht, der spielt langfristig gutes und konstantes Golf.

Wer zweifelt, steht nicht hinter dem nächsten Schlag und wer nicht hinter dem nächsten Schlag steht, gibt seinem Unterbewusstsein nicht den nötigen Freiraum, um energisch Richtung Ziel zu schwingen.

Zweifel brauchen Gedanken, die sie anheizen und wachsen lassen. Aus diesem Grund trennen wir Denken und Spielen bewusst. Gedanken lassen sich zwar nicht ausschalten, doch wir können verhindern, dass wir uns unmittelbar vor dem Schlag noch mit der Richtung des Windes befassen.

„Woher kam der Wind nochmal?“ „Wie weit ist es über den Bunker?“ und „von wo möchte ich auf dem Grün am liebsten putten?“ sind allesamt Fragen, die wir geklärt haben sollten, bevor wir unsere Ansprechposition einnehmen. Über dem Ball, geht es nur noch um die Ausführung. Diese Trennung können wir jedem nur ans Herz legen. Folgende Übung hilft bei der Umsetzung:

Legen Sie einen Alignment Stick oder eine Schnur direkt hinter Ihren Ball. Treffen Sie alle Entscheidungen hinter dem Ball und übertreten Sie den Stab oder die Schnur um Ihre Ansprechposition einzunehmen erst dann, wenn Sie sich mit der Entscheidung wohl fühlen.

Sollten Sie über dem Ball erneut an Wind, Schlägerwahl oder irgend etwas anderes denken, das nicht in direktem Zusammenhang mit der Ausführung des Schlages zusammenhängt, so brechen Sie ab. Treten Sie hinter den Ball und beginnen Sie von vorne.

Zwingen Sie sich zu dieser Art von Disziplin, denn nur wenn Sie das Denken vom Spielen trennen, stehen Sie wirklich entschlossen über dem Ball. Nur wenn Sie wirklich entschlossen über dem Ball stehen, geben Sie Ihrem Körper die beste Chance auf Erfolg – gerade in Drucksituationen, bei denen man leicht nervös wird.

 

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