So lernen Sie Ihren Schwung kennen

In unserem Beitrag So finden Sie den richtigen Trainer haben wir die Frage nach der Strategie gestellt, wenn sich der Slice auf Loch 13 wieder einstellt. Zum einen hilft ein guter Trainer bei der Findung solcher Strategien, zum anderen ist das eigene Schwungverständnis ein entscheidender Faktor.

Die Fähigkeit, den eigenen Golfschwung und Ball Flug zu verstehen kann erlernt und trainiert werden und bereichert die Zusammenarbeit mit dem Trainer. Physikalisch gesehen versetzen wir den Golfball bei jedem Schlag in Drehung, den sogenannten Spin. Die Richtung mit der der Schlägerkopf an den Ball kommt ist dabei ebenso entscheidend, wie die Stellung der Schlagfläche im Treffmoment.

Grundsätzlich sind für die Richtung, sowie die Drehung des Balles nur zehn Zentimeter vor, und zehn Zentimeter nach dem Treffen des Balles entscheidend. Um das zu veranschaulichen betrachten Sie folgendes Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf der Driving Range Ihres Heimatplatzes und haben zum jetzigen Zeitpunkt ein Eisen sieben in der Hand. Sie sind sowohl mit den Füßen, als auch mit ihrem Schlägerkopf perfekt auf ihr Ziel ausgerichtet. Die blaue Linie der folgenden vogelperspektivischen Grafik stellt hierbei ihre Fuß Linie dar, die schwarze Linie repräsentiert die Ausrichtung der Schlagfläche.

Wir fügen nun eine rote Linie hinzu, welche die Schwungrichtung ihres Schlägerkopfes einige Zentimeter vor, während, und nach dem Treffpunkt des Balles repräsentiert.

Szenario Nummer 1:

In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass der Schläger parallel zur Ziellinie schwingt. Ein Verkanten der Schlagfläche ist dabei sehr unwahrscheinlich. (Warum erfahren Sie im Laufe der nächsten Szenarien.) Der Ball dreht sich rückwärts und fliegt gerade Richtung Ziel.

Szenario Nummer 2:

Wie in der obigen Abbildung deutlich zu erkennen, kreuzt der Schlägerkopf in diesem Szenario die Ziellinie von rechts nach links. Der Schlägerkopf kommt von außen an den Ball. Ist dies der Fall, so ist die Stellung der Schlagfläche im Treffmoment richtungsweisend für den Ball Flug. Wir gehen im Folgenden die drei gängigsten Möglichkeiten durch. Bedenken Sie nach wie vor, dass die blaue Linie der Abbildung ihre optimal ausgerichtete Fußlinie, die schwarze ihre optimal ausgerichtete Schlagfläche in der Ansprechposition (Ziellinie), und die rote Linie ihre Schwungrichtung kurz vor, während und nach dem Treffmoment des Balles repräsentiert.

Der wahrscheinlich verständlichste Fall liegt vor, wenn die Schlagfläche im Treffmoment parallel zur Schwungrichtung steht. Ein sogenannter „Pull“ entsteht. Der Ball erhält denselben Rückwärtsdrall (Backspin) wie in Szenario Nummer 1, allerdings startet der Ball links der Ziellinie und landet links des Ziels.

Steht die Schlagfläche im Treffmoment zwischen Schwungrichtung und Ziellinie, so erhält der Ball neben dem Backspin, auch den sogenannten Sidespin, welcher den Ball in seitliche Rotation versetzt. Trifft diese Rotation nun auf Luftwiderstand, fliegt der Ball eine „Kurve“.

Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass die Schwungrichtung in diesem Szenario den Ball links der Ziellinie starten lässt. Die Schlagfläche, die nun leicht geöffnet zu eben dieser Schwungrichtung steht, versetzt den Ball in genug seitliche Rotation, sodass dieser im Laufe des Fluges seinen Weg zurück zum ursprünglichen Ziel findet. Der sogenannte Fade entsteht. Wichtig beim Fade ist die Betonung des Wortes leicht, denn je weiter die Schlagfläche in Relation zur Schwungrichtung geöffnet ist, desto mehr Rotation bekommt der Ball mit auf den Weg. Diese Rotation ist für das Kurven des Balles verantwortlich, und kann einerseits den Ball grazil zurück zum Ziel befördern, allerdings kann zu viel Rotation den Ball auch über das Ziel hinausschießen lassen.

Damit wären wir beim dritten und sehr wahrscheinlich unbeliebtesten der drei Fälle angelangt: der sogenannte Slice. Der Slice entsteht, wenn die Schwungrichtung, wie in der obigen Abbildung, die Ziellinie von rechts nach links kreuzt. Der Schlägerkopf kommt von außen an den Ball. Das Entscheidende hierbei ist die Schlagfläche im Treffmoment, welche annähernd parallel zur Ziellinie steht.

Um sich den dann entstehenden Effekt besser vor Augen führen zu können, stellen Sie sich einen Tischtennisschläger vor, den Sie (als Rechtshänder) weit nach rechts vom Körper wegschwingen, um ihn im Durchschwung wieder zum Körper herzuziehen. Wenn Sie mit dieser Technik einen Ball treffen, werden Sie feststellen, dass jeder ihrer Bälle schon beim ersten Kontakt mit der Tischtennisplatte einen großen Satz nach rechts machen wird. Grund dafür ist der Schnitt, oder die Rotation, welche Sie dem Ball auf diesem Wege mitgeben.

Nichts anderes passiert beim Slice. Die Kombination aus offener Schlagfläche in Relation zur außen-nach-innen Schwungbahn versetzt den Ball in Rechtsdrall, welcher durch Einwirkung des Luftwiderstandes verstärkt wird und schlussendlich in eine starke Rechtskurve resultiert.

Quick Tipp: Viele Golfer, die gegen den Slice kämpfen, versuchen die Rechtskurve durch ihren Stand zu kompensieren. In der folgenden Abbildung ist eine solche Kompensation bildlich dargestellt.

Die Fußlinie steht nun offen in Relation zur Ziellinie, was die Rechtskurve kompensieren soll. Allerdings ist oft genau das Gegenteil der Fall. Durch das Zurückziehen des linken Fußes (beim Rechtshänder) und Öffnen des Standes hat der Schläger mehr Platz, um im Durchschwung nach links durch zu schwingen. Das begünstigt und vereinfacht eine außen-nach-innen Schwungrichtung, die für den Slice maßgeblich verantwortlich ist. Den Slice durch den Stand zu kompensieren, ist kontraproduktiv.

Daher folgender Quick Tipp: Konzentrieren Sie sich beim Training während einiger Probeschwünge nur auf die Stellung ihrer Schlagfläche und richten Sie sich so genau als möglich auf ihr Ziel aus. Dann rücken Sie den linken Fuß einige Zentimeter nach vorne, um Ihrem Körper ein Wegschwingen nach links zu erschweren. Ihr Körper lernt auf diese Weise, den Schläger gerade durch den Ball zu bewegen, was ihre Schwungrichtung auf Dauer neutralisiert. Außerdem zwingt Sie, die durch den Stand leicht nach rechts versetzte Ausrichtung, einen Weg zu finden, den Ball trotzdem im Ziel landen zu lassen. Der Körper lernt auf diese Weise genau das Gegenteil von einem außen-nach-innen Schwung.

Szenario Nummer 3:

Szenario Nummer 3 ist das Pendant und Gegenteil zu Szenario Nummer 2. Wir gehen hierbei wieder von einer exakten Ausrichtung der Füße (blauen Linie), sowie der Ziellinie – der Schlagfläche in der Ansprechposition (schwarze Linie) – aus. Anders als in den vorherigen Szenarien kommt der Schlägerkopf nun von innen an den Ball, der Schläger kreuzt die Ziellinie von links nach rechts. Die Schlagfläche im Treffmoment entscheidet auch hier über den Ballflug.

Eine Schlagfläche parallel zur Schwungrichtung führt zum sogenannten „Push“. Da die Stellung der Schlagfläche mit der Schwungrichtung übereinstimmt, geben Sie dem Ball keine Rotation mit auf den Weg. Dadurch startet der Ball startet rechts der Ziellinie und landet rechts des Zieles.

Eine Schlagfläche, die leicht geschlossen in Relation zur Schwungrichtung steht, versetzt den Ball in rechts-links Rotation. Die resultierende Flugbahn ist das Pendant zum Fade und wird Draw genannt. Aufgrund der Schwungrichtung startet der Ball rechts des Zieles, die Kombination aus Schwungrichtung und Schlagflächenstellung im Treffmoment lässt den Ball zurück zum Ziel kurven.

Ist die Schlagfläche im Treffmoment in Relation zur innen-nach-außen Schwungbahn stark geschlossen und nähert sich der Ziellinie, so wird der Ball durch Rotation und Luftwiderstand über das Ziel hinaus kurven. Man spricht von einem Hook.

Quick Tipp:

Achten Sie wie während einiger Probeschwünge nur auf Ihre Schlagfläche. Versuchen Sie –eventuell in verlangsamtem Tempo – die Schlagfläche so neutral wie möglich durch den Ball zu bewegen. Achten Sie außerdem auf eine gute Ausrichtung, um Kompensationen zu vermeiden. Sind Sie optimal ausgerichtet, so ziehen Sie den linken Fuß (als Rechtshänder) einige Zentimeter zurück.

Dadurch stehen Sie offen und links des Zieles. Eine Flugbahn lässt sich in der Regel durch den Versuch ihr Pendant zu schlagen, korrigieren. Das Pendant zum Hook ist der Slice, welcher, wie in den vorherigen Szenarien beschrieben, durch einen offenen Stand begünstigt wird. Wenn Sie sich nun einzig und allein auf ihre Schlagfläche konzentrieren, wird ihr Körper Wege finden, den Ball trotzdem Richtung Ziel fliegen zu lassen. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, richten Sie sich wieder neutral zum Ziel aus.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann können wir Ihnen unseren Newsletter nur ans Herz legen. Das hat folgenden Grund:

 

Was in der Schule verboten ist und als ‚abgucken‘ denunziert wird, funktioniert im echten Leben wunderbar: modellieren.

 

Wir laden Sie dazu ein, die Übungen, Taktiken und Strategien zu modellieren, die uns zu Handicap +1,4 und 3 verholfen haben. Genau diese Übungen, Taktiken und Strategien schicken wir Ihnen direkt nachdem Sie sich für unseren Newsletter angemeldet haben, Stück für Stück zu.

 

Zudem erhalten Sie Updates zu neuen Projekten, Anregungen, Inspirationen, Gewinnspielen, Rabatten oder Aktionen unserer Partner. Das alles ist für Sie komplett kostenlos und risikofrei! Wir sind überzeugt, dass unsere Methoden Ihnen dabei helfen werden, 10 Schläge zu sparen. Falls Sie aus irgendeinem Grund jedoch entscheiden, dass BelowPar nicht das richtige für Sie ist, so können Sie sich jederzeit wieder abmelden.