5 Tipps für bessere Drives

5 Tipps für bessere Drives

Was uns persönlich Selbstvertrauen auf einer Runde gibt, sind 2 Dinge: Gute Abschläge und gute Distanzputts. Ersteres ist praktisch selbsterklärend, denn wer den Ball sicher ins Spiel bringt, der macht sich das Leben, beziehungsweise die Runde, um einiges leichter.

Letzteres hat unheimlich viel mit Gefühl zu tun und gibt uns die Sicherheit auch dann mit einem Par vom Grün zu gehen, wenn das direkte Anspielen der Fahne mit zu viel Risiko verbunden ist. Gefühl auf den Grüns wirkt sich oft auch auf all die anderen Bereiche des Spiels aus. Mit Putts und dem kurzen Spiel haben wir uns in unserem Blog schon oft beschäftigt, mit Abschlägen (bis auf diesen Beitrag – die Angst vorm ersten Abschlag) noch nie. Und was wären Abschläge ohne den Driver? Eben! Deshalb sind hier unsere 5 Tipps für bessere Drives.

1.) Ein Wort zur Technik und warum Kurven völlig in Ordnung sind

Wenn wir jetzt wieder erwähnen würden, dass ein schöner Schwung zwar nützlich, jedoch in keinerlei Bezug zu einem schönen Ergebnis steht, dann erzählen wir Ihnen wahrscheinlich nichts Neues. Wir glauben, dass die meisten Amateure gar keinen schönen Schwung wollen, sondern einen dem sie vertrauen. Denn darum geht es letztendlich auf dem Golfplatz: (Selbst-) Vertrauen.

Wenn wir am 18. Loch ein Par 5 mit 2 Schlägen erreichen können, Wasser links und einen Bunker rechts des Grüns haben, dann ist uns persönlich völlig egal, wie unser Schwung auf Video aussieht. Was zählt ist das Ergebnis und wie wir zu diesem Ergebnis kommen.

Die meisten Golfer würden auf die Frage, was einen guten Drive ausmacht, wahrscheinlich mit „lang und gerade“ antworten. Kurven sind unerwünscht.

Doch Kurven sind gar nicht so übel, solange wir halbwegs konstant dieselbe Kurve schlagen. Das gibt uns ein Stück Vorhersehbarkeit und wir wissen in der Regel, auf welcher Seite der Spielbahn der Ball zur Ruhe kommt. Wer den Ball geradeaus schlägt und einen schlechten Tag hat, der läuft wie Adam Scott Gefahr, dass ein schlechter Schlag in beide Richtungen abdriften kann. Bei Adam Scott sind das Klagen auf hohem Niveau, doch wer zu einer Flugkurve tendiert, der kann sich auch an grauen Tagen auf seine Kurve verlassen. Ein kleiner Draw oder Fade ist daher nichts, was uns beunruhigen sollte. Konstanz heißt wie so oft das Zauberwort.

2.) Auf-, statt abwärts

Drives haben im Gegensatz zu Eisenschlägen eine Besonderheit. Wir möchten den Ball in der Auf- statt in der Abwärtsbewegung treffen. Da wir Drives vom linken Fuß spielen, sollte der Schläger durch die natürliche Bewegung ohnehin bereits wieder in der Aufwärtsbewegung sein, doch wer das überprüfen oder verbessern möchte, der legt einfach eine leere Packung Bälle, 2 Schlägerkopfbreiten entfernt vor dem Ball auf den Boden. Ziel ist es jetzt, den Ball über die Packung zu feuern ohne die Packung dabei zu treffen. Dieser Tipp stammt von Michael Behrens:

3.) Der Treffmoment macht den Unterschied

Lange Drives machen unheimlich viel Spaß, vorausgesetzt der Ball findet seinen Weg ins Spiel. Wer im Physikunterricht aufgepasst hat, der erinnert sich vielleicht noch an folgende Formel: F=m*a. Kraft ist gleich Masse Mal Geschwindigkeit. An unserer Masse können wir kurzfristig nichts ändern, deshalb liegt es doch nahe, dass eine höhere Schwunggeschwindigkeit den Ball weiter fliegen lässt. Dem ist leider nicht so.

Wir haben dank Trackman schon oft festgestellt, dass der Versuch, die eigene Schwunggeschwindigkeit zu erhöhen, keine gute Strategie ist. Was zählt, ist nicht die Schwung-, sondern die Schlägerkopfgeschwindigkeit und die ist oft höher, wenn wir nicht mit aller Gewalt auf den Ball draufhauen. Außerdem ist unser Rhythmus so besser. Dieser sorgt einerseits für mehr Konstanz und andererseits dafür, dass wir den Ball im Sweet Spot treffen.

Der Sweet Spot hat seinen Namen nicht umsonst – mittig getroffene Drives fliegen ganz klar am längsten. Es lohnt sich daher, Ihren Trainer auf Impact Etiketten, wie diese anzusprechen und einige Drives damit zu schlagen. Impact Etiketten werden auf die Schlagfläche des Drivers geklebt und hinterlassen nach jedem Schlag einen Abdruck an der Stelle, an der der Ball getroffen wurde. Das ist wertvolles Feedback auf dem Weg zu mehr Konstanz. Sprechen Sie Ihren Trainer auf Ihre Abdrücke an und erarbeiten Sie eine Strategie für bessere Ballkontakte. Oft ist eine simple Korrektur, wie etwa das Verringern oder Vergrößern des Abstandes vom Ball, schon ausreichend.

Der Belgier Nicolas Colsaerts ist, was Länge vom Tee angeht, konstant vorne mit dabei auf der European Tour. Colsaerts spricht in folgendem Video davon, was hinter seinen riesen Abschlägen steckt. Selbstverständlich ist Colsaerts Körpergröße und die damit verbundene Hebelwirkung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Doch Colsaerts schenkt dem Treffmoment während des Trainings viel Aufmerksamkeit und das ist etwas, was wir Amateure problemlos übernehmen können.

4.) Taktik/Strategie

Bei Kurven:

Eine gute Strategie macht vor allem aus mentaler Sicht Sinn. Eine gute Strategie legt den Grundstein für spielerischen Erfolg und schafft Vertrauen in das eigene Spiel. Ob Sie links oder rechts aufteen macht gerade bei großen Abschlagsboxen einen unheimlichen, optischen Unterschied. Vor allem dann, wenn Sie manchmal zu verschiedenen Flugkurven tendieren. Wer gerne einen Slice schlägt, der sollte tendenziell rechts aufteen, um die Spielbahn links optisch zu vergrößern und einen besseren Winkel zum Fairway zu haben. Dadurch wird die Spielbahn geöffnet, der Ball hat links mehr Raum zum Starten und kann problemlos zurück Richtung Fairway kurven.

Wer zu einem Hook tendiert, der sollte tendenziell links aufteen. Dadurch wird die Spielbahn rechts geöffnet und sieht vor dem Hintergrund des Hooks deutlich breiter aus. Der Ball hat zudem rechts mehr Raum zum Starten und kann problemlos zurück Richtung Fairway kurven.

Ein Beispiel: Auf den Bildern sehen Sie dasselbe Loch, einmal von der rechten und einmal von der linken Seite der Abschlagsbox. Dieses Dogleg begünstigt selbstverständlich eine rechts-links Kurve, doch auch Spieler mit einem natürlichen links-rechts Ball dürften hier keine Schwierigkeiten haben, wenn sie den Ball auf der rechten Seite der Abschlagsbox aufteen. Der Ball hat dadurch links mehr Raum zu starten. Wer den Ball gerne von links nach rechts schlägt und an diesem Loch links aufteet, der nimmt im schlimmsten Fall die Bäume mit und das ist ungünstig.

Bei Hindernissen:

Wer an einem Loch mit einem Hindernis konfrontiert ist, der macht es sich leichter, wenn er auf der Seite des Hindernisses aufteet. Befindet sich beispielsweise ein Wasserhindernis auf der rechten Seite der Bahn, so ist jeder gut beraten, der ebenfalls rechts aufteet. Die Bahn wird auf diese Weise nach links geöffnet und das Wasserhindernis wird optisch kleiner.

Weder noch:

Auf dem folgenden Bild sehen Sie ein völlig gerades Loch mit einer Besonderheit: Dem Turm im Hintergrund.

Einer unserer ersten Trainer aus Jugendzeiten hat uns einmal folgenden Tipp gegeben:

„Sucht Euch bei Abschlägen immer ein Ziel in den Bäumen oder am Horizont. Dadurch konzentriert Ihr Euch auf etwas, das höher liegt als die eigentliche Spielbahn. Hindernisse sind so nicht in Eurem Blickfeld, Ihr seid jedoch trotzdem optimal ausgerichtet und könnt frei in Richtung Ziel schwingen.“

Das Bild dient als Beispiel für eine Situation, in der uns genau dieser Rat sehr gelegen kommt. Teen Sie entsprechend Ihrer Flugkurven auf und zielen Sie auf den Turm.

5.) unkonventionelle Methoden

Enge Fairways:

Beim Golf geht es um (Selbst-)Vertrauen. Das ist bei Abschlägen nicht anders. Selbstvertrauen bauen wir auf dem Golfplatz auf, nicht in der Video-Hütte. Je kleiner das Fairway, das wir anspielen, desto schwieriger ist der Drive …und je größer ist die Chance, Selbstvertrauen aufzubauen. Enge Fairways sind eine der besten Trainingshilfen, die uns keinen zusätzlichen Cent kosten.

Wir kennen niemanden, der innerhalb der eigenen Komfortzone besser geworden ist. Uns eingenommen. Ein gutes Ergebnis auf einem schweren Platz, ein guter Schlag an einem schweren Loch – das sind die Dinge, die unser Selbstvertrauen in die Höhe schießen lassen. Wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir etwas können, bauen wir Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auf. Deshalb:

Schnappen Sie sich ein Dutzend Bälle und schlagen Sie am engsten Fairway des Platzes mehrere Bälle ab (das geht am besten abends oder morgens). Wir haben auf diese Art und Weise schon etliche Angst-, in Birdielöcher verwandelt. Wichtig hierbei ist es zu verstehen, dass es nicht darum geht, auf einmal jeden Ball mühelos auf die engsten Fairways dieser Welt zu zaubern. Vielmehr geht es darum, uns selbst zu zeigen, dass wir nach und nach genauer werden, dass wir mit unseren Aufgaben wachsen und dass breitere Fairways auf einmal kein Problem mehr sind.

Mit dem Driver annähern:

Ein Driver ist für den Abschlag, die Eisen sind für alle Schläge ins Grün. Der Driver ist fürs Grobe, die Eisen für die Feinarbeit. Das macht durchaus Sinn, doch was wenn wir den Spieß einfach mal umdrehen, mitten auf dem Fairway aufteen und mit dem Driver das Grün anspielen? Auf einmal ist unser Ziel dann kein Fairway oder ein Punkt im Fairway mehr sondern die Fahne oder das Grün und das kann aus größerer Distanz durchaus klein erscheinen.

Wenn wir normalerweise ein Grün anspielen, dann erwarten wir, dass der Ball auch auf dem Grün und bestenfalls nah an der Fahne landet. Auch wenn Frust und Ärger uns nicht weiter bringt, würden wir jedoch alle zugeben, dass ein verfehltes Grün nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Um genau diese Mentalität geht es, wenn wir mit dem Driver annähern. Unser Fokus verkleinert sich, unser Maßstab erhöht sich. Außerdem macht das Annähern mit dem Driver Spaß. Probieren Sie’s aus – am besten Abends, morgens oder bei schlechtem Wetter, wenn der Platz leer ist.

Driver vom Boden

Den Driver vom Boden schlagen ist nicht einfach, doch genau das ist der Punkt. Wie bei den ersten 2 unkonventionellen Methoden, die wir Ihnen bereits vorgestellt haben, geht es auch hier darum, uns das Leben etwas schwerer zu machen. Normale und damit gleichzeitig einfachere Spielsituationen werden dadurch automatisch einfacher. Wer im Fitnessstudio mit 50kg Hanteln trainiert, hat mit 30kg Hanteln kein Problem mehr. Dasselbe Prinzip gilt fürs Golf.

Das sollten Sie noch wissen

Uns ist nach über 14 Jahren Turniergolf auf nationaler und internationaler Ebene aufgefallen, dass sich das Training von guten und sehr guten Spielern deutlich vom Training anderer unterscheidet. Die meisten Golfer schlagen auf der Range einen Ball nach dem anderen und nehmen dann eine Trainerstunde, wenn alle bisherigen Tipps und Ratschläge scheinbar keine Erfolge mehr mit sich bringen. Die meisten Golfer sind auf „Tippsuche“ und arbeiten einen Ratschlag nach dem anderen relativ wahllos ab. Wir drücken dieses Szenario deshalb etwas drastisch aus, weil wir selbst zu dieser Gruppe gehörten und erst später erfuhren, dass gutes Training und kopfloses Bälle schlagen zweierlei Dinge sind.

Wer offensichtliche Schwungdefizite hat, darf hier natürlich (vorübergehend) eine Ausnahme machen und die rote Fahne auch mehrmals mit dem Eisen 7 anspielen, sollte allerdings wissen, dass der Weg zum Erfolg trotz allem über ein System führt. Gute und sehr gute Spieler arbeiten mit so einem System.

Teil dieses Systems ist die Analyse des eigenen Spiels. Wer sein Spiel objektiv analysiert und Potential identifiziert, vermeidet es, im Strudel der „Tippsuche“ unterzugehen. Wer weiß, an was er arbeiten muss, läuft nicht wie ein Feuerwehrmann von Brandherd zu Brandherd, sondern hat einen Prozess, dem er vertrauen kann (vielen Dank an John Dunigan für diesen Vergleich).

So einen Prozess stellen wir Ihnen in unserem eBook  lang, knackig und präzise vor.

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