Bestandsaufnahme: Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Um die wichtigste Frage direkt vorne weg zu nehmen: Regelmäßige Bestandsaufnahmen sind sogar sehr sinnvoll für Ihr Golfspiel. Ziel einer Bestandsaufnahme ist die Analyse und Bewertung des eigenen Spiels zu einem bestimmten Zeitpunkt. Diese lässt sich dann mit Ihren Zielen und zukünftigen Leistungen vergleichen. Außerdem können Stärken und Schwächen auf diese Art und Weise ausgemacht werden.

Schwächen können im Training so verbessert und Stärken auf dem Platz gezielt ausgespielt werden. Es gibt kein Limit für die Anzahl von Bestandsaufnahmen, die während einer Saison durchgeführt werden können. Allerdings empfiehlt sich eine Analyse vor allem nach der Saison, um das Potential für die kommende Saison ausfindig zu machen. Zusätzlich ist eine zweite Analyse gegen Mitte der Saison ratsam, um den eigenen Fortschritt während der Saison zu erkennen, und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.

Die erweiterte Bestandsaufnahme, die wir Ihnen vorstellen möchten, besteht aus 2 Schritten. Nehmen Sie sich im ersten Schritt vier Blätter Papier zur Hand. Betiteln Sie eines der Papiere mit dem Wort Technik, ein zweites mit Taktik, das dritte mit Fitness und das vierte mit dem Wort Mental.

Untergliedern Sie das „Technik Blatt“ in Putten, Bunker, Chippen, Pitchen, Annäherungen, und lange Schläge und vergeben Sie für jeden Punkt eine Schulnote von 1 bis 6. Nachdem Sie Ihre Technik bei den einzelnen Schlagarten bewertet haben, schreiben Sie auf, warum Sie diese Note vergeben haben. Denken Sie daran, dass es auf diesem Blatt nur um Ihre Technik geht. Gehen Sie die einzelnen Schlagarten sorgfältig durch und bringen Sie alle relevanten Gedanken in Bezug auf Ihre Technik zu Papier.

Wie sich Ihre Technik anfühlt, wie sie auf Video aussieht und ob sie zuverlässige Resultate bringt, sind Fragen, die Sie auf diesem Blatt klären sollten. Selbstverständlich ist die Vergabe von Schulnoten in diesem Fall subjektiv. So kann ein Spieler mit Handicap 15 durchaus eine 2 für seine Putt-Technik vergeben und ein Spieler mit Handicap 0 eine 3+. Das ist weder verwerflich noch bedenklich, solange sich jeder an seinen eigenen Zielen misst und dementsprechende Noten vergibt.

Auf dem zweiten Blatt beschäftigen Sie sich mit Ihrer Taktik und schreiben alles auf, was Ihnen dazu in den Sinn kommt. Vergeben Sie auch hier eine Note. Klären Sie dabei, wie Sie Ihre Taktik einschätzen würden. Aggressiv oder konservativ? Und: Nimmt ein bestimmter Score Einfluss darauf Einfluss? Ermitteln Sie, was Sie zu Taktikänderungen verleitet und ob diese in der Vergangenheit, positive oder negative Auswirkungen auf Ihr Spiel genommen haben.

Verfahren Sie auf dem dritten Blatt ähnlich. Lassen Sie Ihren Gedanken zu Ihrer golfspezifischen Fitness freien Lauf. Sind Sie von Rückenschmerzen geplagt? Sind Sie in irgendeiner Form in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt? Würden Sie gerne mit mehr Power durch den Ball schwingen? Oder werden Sie gegen Ende der Runde oft müde? Klären Sie Fragen wie diese auf dem „Fitness Blatt“.

Zu guter Letzt befassen Sie sich mit dem mentalen Aspekt des Spiels. Welche Schulnote würden Sie ihrem mentalen Spiel geben und warum? Ihr Verhalten unter Druck, bei gutem oder schlechtem Start in eine Runde sowie das Verhalten nach missglückten Schlägen oder ganzen Runden, gibt Ihnen Auskunft über Ihre mentale Stärke. Die Note mit der Sie Ihre mentale Seite bewerten, sollte Ihren Zufriedenheitsgrad widerspiegeln. Befassen Sie sich daher auch mit ihren Wünschen und Zielen.

Wie reagieren Sie derzeit auf einen leichtsinnig verschobenen Putt? Was hat das ihrer Meinung nach für Auswirkungen auf kommende Putts und wie würden Sie gerne reagieren? Bedenken Sie dabei immer wieder, dass eine Bestandsaufnahme eine Reflektion Ihrer jetzigen Leistungen vor dem Hintergrund Ihrer Ziele und Wünsche ist. Deshalb sind Ihnen dabei auch keine Grenzen gesetzt. Schreiben Sie auf, was Ihnen in den Sinn kommt, was Sie beschäftigt und worin Sie Potential sehen.

Wichtig ist nur, dass Sie ehrlich mit sich sind. Um solch eine Bestandsaufnahme noch exakter werden zu lassen, können Sie ebenso Ihren Trainer, Spielpartner, Freund oder Freundin darum bitten, eine Bestandsaufnahme für Ihr Spiel durchzuführen. Eine zweite Meinung kann neues Licht auf das eigene Spiel werfen, ist allerdings kein Muss. Akkurater wird die Bestandsaufnahme auch durch Statistiken und AGAPS Analysen aus der Vergangenheit, welche die Notenvergabe, sowie Ihre Kommentare und Gedanken konstruktiv ergänzen.

Im zweiten Schritt gehen Sie die 4 Blätter erneut nacheinander durch und ermitteln die Punkte Ihres Spiels, die die höchsten Noten erhalten haben. Die höchste Note spiegelt gleichzeitig den Aspekt Ihres Spiels mit dem größten Potential wider. Fragen Sie sich, was Sie unternehmen können, um diesen Punkt zu verbessern. Verfahren Sie auf diese Weise mit den 5 Aspekten, die von Ihnen die höchsten Noten bekommen haben. In diesen Punkten steckt Ihr größtes Potential. Daher ist es sinnvoll, diese Punkte gezielt in Ihr Training einfließen und sich gegebenenfalls von einem Trainer helfen zu lassen. Auf belowpar.de finden Sie zusätzliche Übungen und Beiträge, die Ihnen weiter helfen.

Es gibt keinen Beitrag für den Aspekt Ihres Spiels mit der höchsten Note? Schreiben Sie uns: feedback@belowpar.de!

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