Erfolgreich Chippen- so geht’s:

Chippen

Grüns zu verfehlen ist zunächst einmal ärgerlich, doch mit der richtigen Technik sind die Schläge rund ums Grün oft kein Problem.

Der Chip ist wahrscheinlich der einfachste aller Schläge rund um das Grün und als kurzer Annäherungsschlag in unmittelbarer Nähe des Grüns definiert. Nicht ohne Grund beginnt die Mehrzahl aller Anfängergolfkurse auf und neben dem Puttinggrün. Je kleiner die Bewegung, desto einfacher die Ausführung. Die Bewegung des Putts ähnelt der beim chippen und ist daher relativ leicht umsetzbar. Bis vor einigen Jahren ging man von folgenden Grundregeln für einen erfolgreichen Chip aus:

  1. Das Gewicht ist ungleich verteilt und deutlich nach links verlagert.
  2. Die Füße stehen eng zusammen, sodass nur etwa eine Faustbreite Raum dazwischen ist.
  3. Der Ball wird rechts der Mitte, beziehungsweise vom rechten Fuß, mit einer Pendelbewegung ohne Einsatz der Handgelenke (wie beim Putt) gespielt.

Ziel des Ganzen war, beziehungsweise ist, das Treffen des Balles vor dem Boden. So wird ein flacher, kurzer Ballflug kreiert, wobei der Ball weit ausrollt. Das ist einfach umsetzbar, denn die Ansprechposition übernimmt bereits den Großteil. Durch die Gewichtsverteilung, sowie die Ballposition am rechten Fuß wird fast schon garantiert, dass der Schläger den Ball in der Abwärtsbewegung trifft. Außerdem werden dem Schläger so einige Grad Loft genommen, was den flachen Ballflug und ein verhältnismäßig weites Ausrollen zusätzlich unterstützt.

So zu chippen macht Sinn, wenn die Fahne etwas weiter im Grün steckt, sodass der Ball ausreichend Raum zum Rollen hat, bevor er zum Halten kommt. Das Flug-Roll Verhältnis ändert sich je nach Schläger. Ein Eisen 8 fliegt deutlich weniger, rollt dafür allerdings deutlich mehr, als beispielsweise ein Pitching oder Sand Wedge.

In jüngster Vergangenheit ist man von diesem klassischen Grundkonzept jedoch etwas abgekommen. Viele Profis spielen den Chip mittlerweile nicht mehr mit starker Gewichtsverteilung auf den linken Fuß. Außerdem wird der Stand ein wenig breiter eingenommen, der Ball liegt tendenziell in der Mitte des Stands. Das hängt damit zusammen, dass der Chip so variabler eingesetzt werden kann. Ist das Gewicht links und der Ball rechts, wird der Ball in der Abwärtsbewegung getroffen, fliegt wenig und rollt viel. Ist das Gewicht nicht mehr so stark auf dem linken Fuß und der Ball tendenziell mittig im Stand platziert, so wird es möglich Chips zu spielen, die deutlich weniger rollen und deutlich höher fliegen. Auch gleitet der Schläger dadurch leichter durch das Gras.

Wenn Sie an erhöht gelegene und ondulierte Grüns, wie Sie vor allem in den USA verbreitet sind, denken, so wird sofort klar, wie hilfreich ein hoher Chip mit weniger Roll sein kann. Die Idee der Pendelbewegung ohne Einsatz des Handgelenks bleibt jedoch bestehen und auch hier gilt: je kleiner die Bewegung, desto einfacher ein sauberer Ballkontakt. Jedoch gibt es für jede Regel eine Ausnahme: Liegt der Ball in tiefem Rough, so wird der Einsatz der Handgelenke unvermeidbar. Durch den Einsatz der Handgelenke wird der Chip jedoch zum Chip-Pitch oder zu einem kleinen Lob. Diesen werden wir an anderer Stelle ausführlich behandeln.

Machen Sie sich sowohl mit der klassischen, als auch der neuen Technik vertraut und finden Sie das, was zu Ihnen passt. Beginnen Sie einige Chips mit einem Pitching Wedge zu spielen. Verlagern Sie dabei das Gewicht auf den linken Fuß (als Rechtshänder), legen den Ball rechts der Mitte und nehmen einen schmalen Stand ein. Pendeln Sie den Schläger wie beim Putt gleichmäßig während einiger Probeschwünge auf und ab. Spielen Sie dann einige Bälle. Beobachten Sie das Flug-Roll Verhalten Ihrer Bälle.

Ändern Sie Ihre Ansprechposition nach einiger Zeit und verlagern Ihr Gewicht wieder mehr in Richtung der Körpermitte, platzieren Sie den Ball mittig im Stand und nehmen Sie einen etwas breiteren Stand ein. Spielen Sie die Bälle nun mit derselben Pendelbewegung und beobachten Sie den Unterschied. Was ändert sich am Flug-Rollverhalten?

Bevor Sie einen Chip spielen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die klassische Technik mit viel Rollverhalten Ihnen dann entgegenkommt, wenn die Fahne weit im Grün steckt. Ein neutralerer Stand, wie in jüngster Vergangenheit oft angewendet, kommt Ihnen dann zu Gute, wenn Sie eine kurz gesteckte Fahne anspielen möchten, wobei der Ball nicht viel rollen sollte.

Es gibt übrigens keinen universellen Schläger für das Chippen. Sie können beim chippen problemlos ein Eisen 8, aber auch ein Lob Wedge verwenden. Wichtig ist, dass der Schläger zur vorliegenden Entfernung passt und Sie sich damit wohlfühlen. Scheuen Sie sich beim chippen außerdem nicht das Vorgrün mit einzubeziehen. Es kann in manchen Situationen von Vorteil sein, den Ball im Vorgrün landen zu lassen. Das Vorgrün kann helfen, wenn die Fahne kurz gesteckt ist, denn es bremst den Ball ab und verhindert dadurch ein weites Ausrollen. Auch hier gilt: probieren Sie mehrere Möglichkeiten, werden Sie kreativ und finden Sie die Methode, die zu Ihnen passt.

Wer sich ernsthafter mit dem chippen und seiner individuellen Technik beschäftigen möchte, für den lohnt es sich, eine Tabelle, wie die Folgende, anzulegen:

                              SchlägerFlug-Roll Verhältnis
Lob Wedge
Sand Wedge
Gap Wedge
Pitching Wedge
Eisen 9
Eisen 8

Wir sprechen innerhalb unseres Blogs gerne von Messbarkeit (AGAPS) und Konstanz getreu dem Motto:

„Was kann schon großartig schief gehen, wenn ich weiß, dass mein Ball mit dem Pitching Wedge im Schnitt 10m ausrollt, wenn er 5m fliegt?“

Diese Erkenntnis kann in ein 1:2 Flug-Roll Verhältnis übertragen und auf dem Golfplatz zuverlässig angewendet werden. Das gibt Ihnen in Drucksituationen Sicherheit. Wenn Sie so eine Tabelle anlegen, haben Sie vom Lob Wedge, bis zum Eisen 8 ein durchschnittliches Flug-Roll Verhältnis, das Ihnen die Schlägerwahl und die Entscheidung wo der Ball landen soll, zukünftig deutlich vereinfacht. So geht’s:

Sie legen eine Münze 4m entfernt von Ihnen auf das Übungsgrün und chippen jeweils 10-30 Bälle (je nach Zeit, die Sie zur Verfügung haben). Beginnen Sie mit dem Schläger mit dem größten Loft in Ihrem Bag und arbeiten Sie sich bis zum Eisen 8 nach oben. Bedingung für das Messverfahren ist, dass Sie versuchen den Ball so nah wie möglich an der Münze landen zu lassen. Kein gewerteter Ball sollte weiter als 75 cm von der Münze entfernt aufkommen. Ist das der Fall, so nehmen Sie diesen Ball aus der Wertung, um zu verhindern, dass Ihr Ergebnis verfälscht wird. Sind alle Bälle gespielt, schreiten Sie die Entfernung ab, die Ihre Bälle durchschnittlich gerollt sind und tragen diesen Wert in die Tabelle ein.

Die Erkenntnis die Sie daraus ziehen, sollte nun so ähnlich klingen:

,,Wenn ich mit meinem Lob Wedge 30 Bälle 4m fliegen lasse, kommen diese alle zwischen 8m und 9m von mir entfernt zum Liegen. Ich weiß nun, dass der durchschnittliche Chip mit dem Lob Wedge 4,5m rollt, wenn er 4m fliegt. Daraus ergibt sich ein Flug-Roll Verhältnis von 0,9:1,1 oder vereinfacht ausgedrückt, von 1:1. Mein Ball rollt mit dem Lob Wedge in der Regel so weit, wie er fliegt‘‘.

Der Eintrag in der Tabelle hierzu sieht wie folgt aus:

                              SchlägerFlug-Roll Verhältnis
Lob Wedge1:1

Bedenken Sie, dass Ihr tatsächliches Rollverhalten mit dem Lob Wedge ganz anders aussehen kann, wie im Beispiel beschrieben. Dennoch sollten Sie jetzt ein sehr genaues Verständnis der Messung und dessen Vorteilen haben: Kein Raten und keine Unsicherheiten mehr um das Grün herum, dafür jedoch Sicherheit gestützt durch verlässliche Daten. Wenn Sie auf diese Weise die komplette Tabelle ausfüllen, werden sich Ihre Chips im Nu verbessern.

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