Golfregeln 2019 — das hat sich geändert

Golfregeln 2019

Alles auf BelowPar.de dreht sich alles ums Besserwerden. Dazu gehört für uns auch, dass wir uns mit dem Regelwerk auskennen und dadurch Fehler und Strafschläge vermeiden. Die neuen Golfregeln gelten ab diesem Jahr weltweit und haben das Ziel, das Spiel deutlich zu beschleunigen. Das Regelwerk wird dabei deutlich ausgedünnt, die Anzahl der Regeln von 34 auf 24 reduziert. Was halten Sie von den Änderungen? Lassen Sie es uns doch in den Kommentaren wissen!

Der ruhende Ball 


Den Golfball identifizieren

Seither galt: Wer sich nicht sicher war, ob es sich bei einem verdeckt liegenden Ball um den eigenen handelte, musste den Ball markieren und diesen unter Aufsicht des Mitspielers aufnehmen, um ihm zu identifizieren.

Jetzt gilt: Markieren müssen wir den Ball immer noch, nur auf die Aufsicht des Mitspielers können wir verzichten. Um Missverständnisse zu vermeiden, macht es allerdings trotzdem Sinn, Mitspieler nach wie vor über das Vorhaben zu informieren. Beachten Sie, dass Sie den Ball dabei nach wie vor nicht reinigen dürfen. 

Golfball beim Suchen bewegt

Seither galt: Füße und Schläger waren beim Suchen im dichten Gras eine große Hilfe, allerdings nur solange wir unseren Ball dabei nicht aus Versehen bewegten. Berührten wir unseren Ball, kostete uns das einen Strafschlag.

Jetzt gilt: Ein solches Versehen bleibt straflos. Füße und Schläger können beim Suchen im dichten Gras bedenkenlos eingesetzt werden. Bewegen wir unseren Ball dabei, müssen wir ihn zurück an die ursprüngliche Stelle legen.

Golfball in Bewegung


Doppelschlag

Seither galt: Wer im hohen Gras hängen blieb und seinen Ball doppelt traf, musste einen Strafschlag notieren.

Jetzt gilt:
Wer aus Versehen hängen bleibt und den Ball während der Bewegung zwei Mal trifft, erhält keinen Strafschlag. Auch ein Doppelschlag zählt wie ein einziger Schlag.

Ball trifft Spieler oder Ausrüstung

Seither galt: Wer sich selbst oder die eigene Ausrüstung traf, kassierte einen Strafschlag.

Jetzt gilt:
Wer sich selbst oder die eigene Ausrüstung trifft, macht ohne Strafschlag weiter. Um allerdings zu verhindern, dass der Fuß nun als Ballstopper eingesetzt wird, kommt diese Regeländerung mit einem Zusatz: Der Ball muss den Körper, beziehungsweise die Ausrüstung versehentlich treffen.

Erleichterungen


Penalty Areas

Seither galt: Ein Wasserhindernis konnte nur als solches markiert werden, wenn es auch tatsächlich Wasser enthielt.

Jetzt gilt: 
Wasserhindernisse heißen nun Penalty Areas und müssen nicht mehr zwingend Wasser enthalten. Das stellt es den Golfclubs frei, auch andere Flächen als Penalty Area auszuweisen, sodass seitlich gedroppt und das Spiel beschleunigt werden kann.

Innerhalb einer Penalty Area dürfen wir den Schläger beim Ansprechen nun aufsetzen, lose hinderliche Naturstoffe entfernen und Probeschwünge durchführen ohne dabei aufpassen zu müssen, dass wir etwas berühren. Kurzum: Es gelten dieselben Regeln, wie beim Spielen auf dem Fairway oder im Rough.

Schlägerlänge

Seither galt: Der Begriff eine Schlägerlänge bezog sich auf einen beliebigen Schläger im Bag — auch auf Besenstiel-Putter.

Jetzt gilt:
Zum Abmessen einer Schlägerlänge müssen wir ab sofort den längsten Schläger im Bag verwenden, Putter sind dabei ausgenommen.

Droppen

Seither galt: Ein Ball musste aus Schulterhöhe gedroppt werden.

Jetzt gilt:
Wir droppen aus Kniehöhe. Sollten wir aus alter Gewohnheit aus Schulterhöhe droppen, dürfen wir den Ball straflos aufnehmen und erneut droppen. Nur weiterspielen sollten wir einen auf Schulterhöhe gedroppten Ball nicht. Das zieht 2 Strafschläge nach sich.

Tierlöcher

Seither galt: Erleichterung gab es nur, wenn es sich um ein Tierloch von einem Erdgänge grabenden Tier handelte.

Jetzt gilt:
Die Einschränkung hinsichtlich der Tierart fällt weg. Wir dürfen von den Löchern und Wühlspuren sämtlicher Tiere straflos wegdroppen.

Eingebetteter Ball 

Seither galt: Nur ein auf einer kurzgemähten Fläche eingebetteter Ball durfte straflos aufgenommen und gedroppt werden.

Jetzt gilt:
Wir dürfen einen eingebetteten Ball überall im Gelände aufnehmen und straflos droppen. Einzige Ausnahme hierbei sind Penalty Areas und Bunker. Dort müssen wir den Ball nach wie vor spielen, wie er liegt.

Dropmöglichkeiten 

Seither galt: Bei einem seitlichen Wasserhindernis durften wir auch auf der anderen Seite des Wasserhindernisses droppen — vorausgesetzt wir orientierten uns dabei am Kreuzungspunktes des Balles.

Jetzt gilt:
Die Dropmöglichkeiten auf der anderen Seite wurde aufgehoben.

Suchzeit

Seither galt: Landete ein Ball in der Pampa, durften wir 5 Minuten danach suchen.

Jetzt gilt:
Die Suchzeit beträgt nur noch 3 Minuten.

Provisorischer Ball

Seither galt: Ein provisorischer Ball musste weitergespielt werden, bevor ein Spieler oder eine Spielerin nach vorne ging und nach dem ersten, ursprünglichen Ball suchte.

Jetzt gilt:
Wir dürfen erst nach dem ursprünglichen Ball suchen und den provisorischen Ball dann weiterspielen. Allerdings wird diese Regel nach Verkürzung der Suchzeit auf 3 Minuten wahrscheinlich kaum zum Einsatz kommen. Nach Ablauf der 3 Minuten wird der provisorische Ball zum "neuen Ball im Spiel". 

Golfball auf dem Grün


Ball bewegt sich auf dem Grün

Seither galt: Bewegte sich ein Ball „von selbst“ oder durch den Einfluss des Windes, musste der Ball von der neuen Stelle gespielt werden.

Jetzt gilt:
Wir müssen den Ball zurücklegen.

Schäden auf dem Grün ausbessern 

Seither galt: Nur im Falle weniger Ausnahmen durften wir unsere Puttlinie verbessern.

Jetzt gilt:
Natürliche Unregelmäßigkeiten gehören zwar nach wie vor zum Spiel, allerdings dürfen wir jede Art von Beschädigung nun ausbessern. Dazu gehören Spikemarken sowie durch Tiere oder Pflegearbeiten entstandene Schäden.

Ball auf dem Grün versehentlich bewegt

Seither galt: Wer den Ball während des Probeschwungs versehentlich traf oder anderweitig bewegte, kassierte einen Strafschlag.

Jetzt gilt:
Ein versehentliches Bewegen des Balles ist straffrei.

Golfschläger ablegen

Seither galt: Bislang war es erlaubt, den Putter zu Ausrichtungszwecken auf dem Grün abzulegen.

Jetzt gilt:
In den neuen Golfregeln 2019 ist diese Methode nicht mehr erlaubt. Das gilt nicht nur für den Putter, sondern auch für alle anderen Schläger oder Gegenstände. Das ist allerdings kein Beinbruch, denn diese Ausrichtungsmethode ist extrem ineffektiv und zeitintensiv. Arbeiten Sie stattdessen mit einem Zwischenziel oder malen Sie eine Linie auf Ihren Ball. Apropos Ausrichtung…

Hilfe durch Caddy

Seither galt: Bisher durften wir Spieler uns von einem Caddy ausrichten lassen. Zwar musste der Caddy kurz vor dem Schlag hinter uns wegtreten, doch dem ein oder anderen kam diese Hilfe sehr zu gute.

Jetzt gilt:
Wir dürfen uns nicht mehr von einem Caddy ausrichten lassen.

Treffen der Fahnenstange 

Seither galt: Die Fahne musste beim Putten aus dem Loch genommen oder bedient werden. Wer diese Regel ignorierte und die Fahne trotzdem traf, kassierte Strafschläge.

Jetzt gilt:
Das Treffen der Fahnenstange ist straflos. Ist der Ball mit zu viel Dampf unterwegs, trifft die Fahne und prallt davon ab, muss der Ball so weiter gespielt werden, wie er liegt. Ist der Ball zwischen Lochkante und Fahnenstange eingeklemmt, sodass sich ein Teil des Balles unterhalb der Lochkante befindet, gilt der Ball als eingelocht. Die Fahne muss nicht, wie früher, zunächst entfernt werden. 

Falsches Grün

Seither galt: Wer versehentlich auf einem anderen Grün landete, musste zur Schonung des Grüns davon wegdroppen, durfte allerdings auf dem Grün stehen, um den Ball weiterzuspielen.

Jetzt gilt: Wir müssen auch dann straflos droppen, wenn unser Ball in der Nähe eines anderen Grüns landet. Weder die Füße, noch der Schlägerkopf darf das fremde Grün berühren.

Golfball im Bunker


Lose Naturstoffe

Seither galt: Lose Naturstoffe mussten im Bunker liegen bleiben, es sei denn eine lokale Platzregel setzte diese Regel außer Kraft.

Jetzt gilt:
Lose Naturstoffe, wie Blätter, Äste oder Zweige dürfen im Bunker entfernt werden. Beachten müssen wir allerdings, dass wir den Ball dabei nicht bewegen.

Ansprechposition im Bunker

Seither galt: Bislang durften wir den Sand im Bunker nicht berühren.

Jetzt gilt:
Eine beiläufige Berührung des Sandes ist erlaubt. Das bedeutet allerdings: Wir dürfen uns trotzdem nicht auf den Schläger im Sand abstützen, Probeschwünge mit Sandkontakt machen oder die Beschaffenheit des Sandes „testen“.

Unspielbarer Ball im Bunker

Seither galt: Wer seinen Ball im Bunker bislang für unspielbar erklärte, hatte 3 Möglichkeiten — alle davon waren mit einem Strafschlag verbunden:

  • Wir droppen im Bunker innerhalb von 2 Schlägerlängen und nicht näher zum Loch
  • Wir droppen in Verlängerung der Ball-Fahnen-Linie nach hinten 
  • Wir gehen zurück zur ursprünglichen Stelle (von wo wir den Ball in den Bunker geschlagen haben)

Jetzt gilt: In den Golfregeln 2019 gibt es eine vierte Option. Wir dürfen den Ball unmittelbar hinter dem Bunker droppen (innerhalb von 2 Schlägerlängen). Diese Option kostet allerdings nicht nur einen, sondern 2 Strafschläge.

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Zusätzliches


Distanzmessgeräte, wie der Bushnell V4 Entfernungsmesser durften seither nur dann verwendet werden, wenn eine Platzregel deren Gebrauch ausdrücklich erlaubte — was im Prinzip überall der Fall war. Die neue Regel, die Distanzmessgeräte nun grundsätzlich erlaubt, ändert daher nichts in der Praxis. Zudem sollen alle Schläge ab 2019 nun innerhalb von 40 Sekunden ausgeführt werden. Ready Golf wird empfohlen, um das Spiel zu beschleunigen.

Was halten Sie von der größten Umstrukturierung der Golfregeln seit 60 Jahren? Fortschritt? Oder geht die Herausforderung dadurch verloren? Wir meinen:

Am normalen Hobby-Spielbetrieb ändert sich nichts. Freizeitspieler gucken nur selten auf die Uhr, wenn sie einen Ball suchen und ob die Ready Golf Empfehlung die alte Gewohnheit rund um die „Ehre“ ablöst, lässt sich zumindest in der ersten Saison mit neuem Regelwerk in Frage stellen. Betroffen von den Änderungen sind zunächst einmal nur Turnierspieler und Profis.

Wird das Spiel dadurch allerdings tatsächlich schneller und unkomplizierter, so wird der Sport sehr wahrscheinlich immer interessanter für die Menschen, die sich bislang aufgrund des großen Zeitaufwandes, der mit einer Runde Golf einhergeht, gegen den Sport entschieden. 

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